Lexikon:
Deutschland – Brotland
Nahezu unschlagbar ist die Vielfalt der Brotsorten und Backwaren in Deutschland: 300 verschiedene Sorten Brot gibt es bei uns, dazu kommen weitere 1200 Sorten Kleingebäck ...

Die Geschichte des Brotes

 
Getreide wurde von den Menschen schon vor rund 10.000 Jahren angebaut. Dieser systematische Anbau diente schon damals der Grundernährung des Volkes. In seinen Ursprüngen ist das Getreide gemahlen, mit Wasser gemischt und dann quasi roh gegessen worden. Es dauerte einige Zeit, bis dieser Brei dann auf heißen Steinen oder über Asche zu Fladenbrot gebacken wurde. Schon die Nomaden konnten dieses Fladenbrot herstellen. Im Laufe der Zeit wurden zwei Dinge erfunden, die der Menschheit das Brotbacken erheblich vereinfachten. Eine dieser Erfindungen war der Backofen. Dabei ist es wichtig, dass die Hitze überall um den Laib herum wirken kann, sodass das Brot von allen Seiten schon durchbacken werden kann. Die andere wichtige Erfindung war die Hefe. Wenn ein Brotteig in ungebackenem Zustand vorliegt, so wird mit Hilfe von Luft und Wärme eine Gärung gestartet. Das Brot wird durch den Zusatz der Hefe viel lockerer und ist besser im Geschmack.

Die Weiterentwicklung von Backöfen erfolgte durch die Ägypter. Erste Arten dieser Öfen waren aus Lehm und hatten Ähnlichkeit mit Bienenkörben. Die Hitze darin war sehr groß und die Feuchtigkeit im Brot wurde somit im Nu in Dampf umgewandelt. Dadurch nahm das Brot auch an Volumen zu und die Krusten wurden dicker. Es ist bekannt, dass es schon zwischen 2860 und 1500 vor Christus in Ägypten über 30 verschiedene Sorten von Brot gegeben hat. Die Kunst des Brotbackens hat sich über Griechenland und das Römische Reich ausgebreitet bis nach Mitteleuropa. Von den Römern sind auch erste Mühlen gebaut worden, mit denen Mehl hergestellt werden konnte. Auch Vorrichtungen zum Kneten von Teig stammen von den Römern. Die Grundtechniken der Römer wurden leicht abgewandelt und auf diese Weise bis ins 19. Jahrhundert Brot gebacken. In einigen Dörfern gab es Gemeinschaftsöfen, in denen einmal pro Woche Brot gebacken wurde. Es gab sogar schon vor rund 2000 Jahren eine Großbäckerei bei den Römern, in der jeden Tag rund 36.000 Kilogramm Brot hergestellt werden konnten.

Weißbrot galt lange Zeit als Speise für Festtage und für die oberen Bevölkerungsschichten. Die Ärmeren konnten sich nur Schwarzbrot leisten.


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Die Geschichte des Brotes